So schlemmt Europa

Weihnachten – so schlemmt Europa

Überall in Europa kommen zu Weihnachten Familie und Freunde zusammen, um gemeinsam zu feiern und festlich zu speisen. Man nimmt sich Zeit füreinander, wirft sich in feine Garderobe und deckt die Tafel stimmungsvoll. Zu kaum einem anderen Anlass im Jahr werden so leckere Köstlichkeiten aufgetischt wie zum Weihnachtsfest. Dabei hat jedes Land seine eigenen typischen Bräuche und Gerichte, die meist auf eine lange Tradition zurückgehen. Wir stellen Ihnen die typischen traditionellen Weihnachtsgerichte aus sechs europäischen Ländern vor – von der deutschen Weihnachtsgans bis zum spanischen Turrón. Lassen Sie sich für ihr ganz individuelles Weihnachtsfestessen inspirieren und entdecken Sie die köstlichsten weihnachtlichen Leckerbissen aus ganz Europa!

Deutschland

Schlemmen in  DeutschlandAlle Jahre wieder wandert in Deutschland die traditionelle Weihnachtsgans in die Backröhre und verströmt den typischen köstlichen Duft im ganzen Haus. Meist wird sie klassisch mit Klößen, Rotkohl und Sauce serviert, doch der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt: Besonders delikat ist Gans mit Maronenfüllung, dazu schmecken Kürbis und Bratäpfel. In manchen Regionen wird am Weihnachtstag auch Karpfen aufgetischt. Die Tradition stammt noch aus der Zeit, als die Adventszeit als Fastenzeit begangen wurde. Nach einem alten Brauch soll man eine Schuppe des Karpfens aufheben und mit sich tragen, angeblich bringt sie Geldsegen im neuen Jahr. Meist wird der Karpfen für das Weihnachtsessen in Stücke geschnitten, paniert und gebraten. Beliebte Beilagen für den Weihnachtskarpfen sind Kartoffelsalat, Gurkensalat, Salzkartoffeln und Remoulade. Traditionell werden in Deutschland nach dem Essen Plätzchen, Stollen und Glühwein gereicht.

Schweiz

Schlemmen in  SchweizGroßer Beliebtheit erfreut sich in der Schweiz das klassische Fondue als Weihnachtsfestessen. Der Vorteil: Fondue ist eine gesellige Angelegenheit, und niemand muss dafür lange in der Küche stehen. Dazu werden lange Gabeln mit Fleisch- und Gemüsestücken in einen Fonduetopf in der Mitte des Tisches gesteckt, der mit heißer Bouillon oder Öl gefüllt ist, ganz nach Geschmack. Als Beilage wird frisches Brot gereicht, verschiedene Saucen und knackiger Salat. Ein typisches Schweizer Dessert, das auch gern an Weihnachten offeriert wird, sind die Meringues. Sie stammen aus Meiringen im Berner Oberland und sind dort angeblich um 1600 von einem italienischen Zuckerbäcker erfunden worden. In Deutschland sind Meringues eher unter dem Namen Baiser bekannt. Das luftige, süße Schaumgebäck wird häufig mit Schlagsahne gegessen, besonders lecker ist es mit Vermicelles, einer unwiderstehlichen Süßspeise aus pürierten Esskastanien. Unverzichtbar für das weihnachtliche Naschen sind in der Schweiz die Guetzli: Zimtsterne, Spitzbuben & Co., geformt zu Sternen, Monden und Tannenbäumen.

Italien

Schlemmen in  ItalienWeihnachten ist in Italien ein unvergleichliches kulinarisches Fest. Die Vorbereitungen dafür beginnen meist bereits am frühen Morgen des Weihnachtstages. Traditionell wird am 25. Dezember „Pollo al riso“ (Huhn mit Reis) gegessen, zusätzlich gibt es häufig Fisch oder Truthahn zu reichlich Pasta. Als süßes Schmankerl darf der Weihnachtskuchen Panettone nicht fehlen, der in Italien tatsächlich nur zu Weihnachten genossen wird. Bis zum 6. Januar muss er aufgegessen sein, sonst bringt es angeblich Unglück. Es handelt sich dabei um einen Hefekuchen mit Rosinen, der – anders als der deutsche Butterstollen – mit relativ wenig Fett auskommt. Eine Variante dazu ist der Pandoro, der ursprünglich aus Verona stammt und keine Rosinen enthält, dafür aber mit Zucker bestreut wird. Beliebt zu Weihnachten sind auch Cantuccini, knusprige Mandelkekse aus der Toskana. Natürlich wird auch in Italien traditionell ein Weihnachtsbaum aufgestellt. Dafür werden allerdings keine Bäume geschlagen, sondern mit dem gesamten Wurzelwerk in die Wohnung geschleppt.

Frankreich

Schlemmen in  FrankreichIn Frankreich gibt es traditionsgemäß bereits am Heiligen Abend ein opulentes, mehrgängiges Mahl: das Réveillon, das sich über Stunden hinziehen kann. Austern machen dabei den Anfang, Baumkuchen bildet den Abschluss, und zum üppigen Mahl wird reichlich französischer Wein kredenzt. Nach den Austern folgt Gänsestopfleber, zu der häufig pikante Zwiebelkonfitüre gereicht wird. Als Hauptspeise gibt es in der Regel Truthahn mit Maronenfüllung, in manchen Regionen auch Lamm- oder Rinderbraten oder auch Ente à l’orange. Der Weihnachts-Baumkuchen, die Bûche de Noël („Weihnachtsbuche“), hat in Frankreich eine lange Tradition, die aus den ländlichen Regionen stammt: Früher brachte dort jeder Gast einen echten Baumstamm mit zur Feier, mit dem das Haus geheizt wurde. Heute wird stattdessen ein Kuchen gebacken, der aussieht wie ein Baumstamm. Traditionell findet in Frankreich erst am 25. Dezember das Auspacken der Geschenke statt.

Großbritannien

Schlemmen in  GroßbrittanienIn Großbritannien bringt Father Christmas in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember die Geschenke – und rutscht dafür durch den Kamin. Die Bescherung findet dann am Weihnachtsmorgen nach dem Aufstehen statt: In den Strümpfen, die die Kinder am Vorabend am Kamin aufgehängt haben, stecken die Geschenke. Weihnachten wird als ein ausgelassenes Fest mit Knallbonbons und Papierhütchen gefeiert. Kulinarisches Muss für das Christmas Dinner am 25. Dezember ist ein üppig gefüllter Truthahn sowie der berühmte Christmas pudding (Weihnachtspudding), der aus Rosinen, Brotstücken, Fett und Gewürzen stundenlang gekocht wird. In diese gehaltvolle Süßspeise sind häufig Münzen eingebacken, die Glück und Erfolg für das kommende Jahr bringen sollen. Eierpunsch und Früchtekuchen runden das Weihnachtsessen ab. Aus Großbritannien stammt auch der schöne weihnachtliche Brauch, Mistelzweige an den Türrahmen zu hängen: Wenn sich dort zwei Menschen begegnen, dürfen sie sich küssen.

Spanien

Schlemmen in  Spanien Als fröhliches Fest – Feliz navidad – wird Weihnachten in Spanien gefeiert. Die Kinder müssen allerdings besonders geduldig sein: Traditionell findet in Spanien die Bescherung erst am 6. Januar, dem Dreikönigstag, statt. Dafür gibt es am späten Weihnachtsabend ein lukullisches Familienessen mit den größten Gaumenfreuden der spanischen Küche. Zunächst werden Meerestiere wie Hummer oder Kaisergranat – der „kleine“ Hummer mit zartem delikatem Fleisch – aufgetischt. Als Hauptspeise gibt es Braten vom Lamm oder Ferkel, manchmal auch den typischen Stockfisch der iberischen Halbinsel, der durch Trocknung haltbar gemacht wird. Eine süße spanische Spezialität für die Weihnachtszeit ist der Polvorón, eine Art Schmalzgebäck mit Mandeln und Nüssen. Unvergleichlich und unwiderstehlich ist der Turrón, eine spanische Variante des weißen Nougats mit Mandeln und Honig. Ursprünglich stammt der Turrón aus dem arabischen Raum und kam mit den Mauren nach Spanien, wo er seit langer Zeit den krönenden Abschluss des Weihnachtsfestessens bildet.