Reisetagebuch Elfenbeinküste - Tag 2

Morgens um halb acht beginnt unsere Tour am zweiten Tag in Elfenbeinküste. Zuerst fahren wir nach Gagnoa zur Sammelstelle einer der Kooperativen, die Kakao für uns liefern. Die Kooperative UCDG ist eine der größten Partnerkooperativen und seit 2009 im Cocoa Plan eingebunden. Die Kooperative umfasst 900 Bauern in 64 Dörfern - in einem Radius von 60 km. Wir beziehen von hier Kakao, der von UTZ Certified zertifiziert ist.

Wir sitzen in einem Raum, in dem normalerweise der Kakao angeliefert und gewogen wird, umgeben von Kakaosäcken: Links von uns zertifizierter Kakao und rechts die Säcke mit nicht-zertifiziertem. Wir lassen uns erklären, wie Zertifizierung und Lieferwege funktionieren und erklären den Vorsitzenden der Kooperative, dass immer mehr Verbraucher in Deutschland wissen wollen, wie und wo der Kakao angebaut wird – der Grund, warum wir hier sind.

Danach geht es wieder auf die Straße und in eines der Kakaodörfer der Kooperative, Kouamekro. Wobei Straße übertrieben ist: eigentlich handelt es sich um eine Lehmpiste mit Schlammlöchern, in denen ein Geländewagen spurlos verschwinden kann. Ein Problem gerade für die entlegenen Dörfer. Nur ab und zu begegnet uns ein Fahrrad oder Fußgänger am Wegrand.

In Kouamekro werden wir von den Dorfbewohnern begeistert empfangen – anscheinend eine spannende Abwechslung auch für sie! Die Menschen singen und tanzen um uns herum, Kinder und Erwachsene schütteln uns die Hände und fotografieren uns. So einen Empfang hätten wir nie erwartet. Nach der traditionellen Begrüßungszeromonie auf dem Dorfplatz nehmen wir als Zuschauer an einer Trainingseinheit zum Thema Kinderarbeit teil. Der hierfür von der International Cocoa Initiative geschulte Obmann des Dorfes macht dies ganz unterhaltsam – und das ganze Dorf macht mit, Männer, Frauen und Kinder.

Es folgt noch ein Rundgang durchs Dorf. Die Menschen sind sichtlich stolz darauf, was sie geschaffen haben. Wir besichtigen die neu errichteten Latrinen, die mit Geldern von Nestlé installierte Wasserpumpe, die sauberes Wasser aus einer rund 60 m tiefen Bohrung liefert, und schließlich die Dorfschule. Die Schule wurde von uns finanziert und ist seit 2012 in Betrieb. Insgesamt werden hier 132 Kinder unterrichtet. Die Kinder führen ein kleines Theaterstück zum Thema Hygiene auf, was Teil des Programmes des Internationalen Roten Kreuzes ist, das wir unterstützen.

Damit wir den Rückweg noch vor Einbruch der Dunkelheit schaffen, brechen wir um vier Uhr wieder auf und nehmen viele neue Eindrücke mit. Das gesamte Team ist überwältigt von dem begeisterten Empfang und dem Stolz der Menschen in Kouamekro. Eine tolle Erfahrung für uns alle. 

Ein Beitrag von: Lisa Giesbrecht (12.02.2014)