Henri Nestlé zum 198. Geburtstag: Wie alles anfing

Wer war der Mann, der unserem Unternehmen Nestlé 1867 seinen Namen gab?
Ich habe etwas in der Vergangenheit gestöbert, um zu erfahren wie eigentlich alles begann.

Ein Vogelnest aus Eichenzweigen, darin ein brütender Vogel – das Logo von Nestlé ist Ihnen als Zeichen für Qualität sicherlich ein Begriff! Welche Symbolkraft in dem Wappen seiner Vorfahren steckt, hätte der junge Heinrich Nestle wohl selbst nicht geahnt, aber als Schweizer Unternehmer hat er es schließlich selbst zum Symbol seines Wirkens gemacht: Ein kleines Nest, in dem eine Vogelmutter ihre Küken füttert.
Dieses Motiv passt zu den Unternehmensanfängen überhaupt sehr gut, denn mit  „Henri Nestlés Kindermehl“ stellte der Apothekergehilfe die erste Nahrung für Säuglinge her, die nicht gestillt werden können. Einem zwei Wochen alten Frühgeborenen, das weder Muttermilch noch sonstige Ersatznahrungen vertrug, rettete seine Erfindung das Leben. Daraufhin konzentrierte er sich auf die Großproduktion seines Kindermehls und gründete die Firma „Farine Lactée Henri Nestlé“.

Aber schauen wir einmal auf seinen Werdegang!

Heinrich Nestle wurde 1814 als elftes von 14 Kindern des Glasermeisters Johann Ulrich Nestle und seiner Frau Anna Maria in Frankfurt am Main geboren. Nach seiner Apothekerlehre ging er für mehrere Jahre auf Wanderschaft und sammelte Berufserfahrung – so, wie es zu dieser Zeit für Gesellen üblich war. In Vevey, einem Ort in der französischsprachigen Schweiz am Genfer See, legte er 1839 die Zulassungsprüfung zum Apothekergehilfen ab. Auch seinen Namen passte er der französischen Sprache an und so wurde aus dem Frankfurter „Henri Nestlé“.
Wenn ihm auch die Eröffnung einer eigenen Apotheke verwehrt blieb, fand der ideenreiche Henri andere Geschäftsideen. 1843 begann er mit der Produktion von Alkoholika und Ölen. Seine wahre Leidenschaft galt jedoch der Herstellung von Mineralwasser und Limonaden, die er kurze Zeit später in seine Produktion aufnahm. Nach zwei Krisenjahren musste er 1847 die Getränkeproduktion allerdings einstellen. Nach dem Wegfall dieser Haupteinnahmequelle entwickelte er transportierbares Flüssiggas für die Beleuchtung der Stadt Vevey.
Während eines Aufenthaltes in seiner Geburtsstadt heiratete 1860 er die Frankfurterin Clementine Therese Ehemant (auch sie passte später ihren Namen an) und nahm sie mit in die Schweiz. Die Ehe blieb ohne eigene Kinder, doch das Ehepaar nahm ein Waisenkind auf: Emma Seiler, genannt Emma Nestlé.

Vom Tüftler und Händler zum Pionierunternehmer

Als sich Vevey 1863 an ein zentrales Gaswerk anschließen ließ, war Henri Nestlés Ideenreichtum  und Tatendrang abermals gefragt, doch im Herbst 1867 machte Henri Nestlé die bedeutendste Erfindung seines Lebens: das Kindermehl. So schaffte er seinen Durchbruch als Unternehmer. Innerhalb von sieben Jahren verkaufte er 1,6 Millionen Dosen Kindermehl in 18 Länder auf allen Kontinenten.

Im Alter von 60 Jahren verkaufte Henri Nestlé sein Unternehmen an seinen Mehllieferanten Pierre Sanual Roussy und trat seinen Namen an das Unternehmen ab. Im selben Jahr stieg die Farine Lactée Nestlé auch in den deutschen Markt ein. 
Henri  Nestlé zog sich ins Privatleben zurück. Gemeinsam mit seiner Frau bezog er das heute als "Villa Nestle" bekannte Haus in Glion oberhalb von Montreux.
Henri Nestlé-Ehmant starb am 07. Juli 1890 im Alter von 75 Jahren und fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof von Territet (Montreux).

Er ist und bleibt mit seinem Erfindergeist und seiner Verpflichtung für Qualität, Genuss und Gesundheit ein Vorbild für alle Nestlé-Mitarbeiter!

Ein Beitrag von: Carmen Borsche (06.08.2012)