Der Nestlé Verbraucherbeirat zu Besuch in Spanien.

Für Nestlé und damit natürlich auch Maggi ist seit einigen Jahren die verantwortungsvolle Beschaffung von Rohstoffen ein hochkomplexes Thema, das eine intensive Beschäftigung erfahren hat und erfährt. Im öffentlich-sozialen Fokus steht nicht mehr allein die Quantität sondern insbesondere die Qualität in all ihren Facetten – unter anderem von der Erzeugung, dem Anbau, dem Naturschutz, Erhalt der Biodiversität, dem Einsatz chemischer Mittel, dem allgemeinen Ressourcen-Sparsamkeitsprinzip und vielem anderen mehr. Für Maggi im Speziellen geht hierbei um verschiedene Kräuter- und Gemüsesorten und hier insbesondere um das Schwergewicht - die Tomate!

Hier konnten wir uns vor Ort in Spanien sehr umfangreich überzeugen. Mit dabei waren Teilnehmer vom Nestlé NGO-Beirat und dem Nestlé Verbraucherbeirat, eine Redakteurin des Magazins „Meine Familie und ich“ sowie verschiedene Foodblogger (von kochtopf.de, gaumenthrill.blogspot.de, leckermussessein.de, pearlshabor.blogspot.de bis filines-testblog.com).

In einem sehr informativen und spannenden Vortrag erfuhren wir vor Ort alles Wissenswerte rund um die Tomate. Wichtigstes Thema für mich war das Zusammenspiel von Wasserverbrauch: Bei Aufzucht, Anbau, Erzeugung, Ernte, Verarbeitung und die Rückführung in den regionalen Wasserkreislauf bei minimaler Schadstoffbelastung.

So kritisch wie ich angesichts der natürlichen klimatischen Bedingungen und der Bodenbeschaffenheit unter Berücksichtigung der produzierten Erntemengen in der Region Extremadura zunächst war, so überzeugend gestaltete sich auch bei sehr genauem Hinsehen und Hinterfragen die Wasserkreislaufwirtschaft!

Das belegen folgende Zahlen: Die besuchte Nestlé-Zulieferfirma CONESA bewirtschaftet ca. 4.000 Hektar bei einem durchschnittlichen Ernteertrag von ca. 95 Tonnen pro Hektar(auf einigen Feldern bis zu 105 Tonnen pro Hektar!). Bei unserem Feldbesuch Mitte August herrschten während der Ernte 42 Grad. In den 2 Monaten der Erntezeit ganz „normal“. Erstaunlicherweise konnte ich während meines Besuches auf dem Feld und bei der Ernte verschiedene Kleinreptilien und Insekten beobachten, die von einem ökologisch vorteilhaften Umgang mit den dortigen Ressourcen (Boden, Wasser usw.) zeugen.

Diesen hohen Anspruch bei CONESA belegen hier auch diverse vorhandene wichtige Zertifikate wie z.B. ISO 9002:2003, ISO 14.001:2004, British Retail Consortium, BIO/ORGANIC, KOSHER und HALAL.

Die geernteten Tomaten werden je nach Kundenwunsch zu verschiedenen Qualitätsstufen / Produktvarianten vor Ort endverarbeitet: Hierzu gehören Tomatenpaste (u. a. Tube), stückige Tomaten (u. a. Dose), Pizzasaucen, Passata, Tomatenpulver (hier ist Maggi ein Großkunde), Gewürzsaucen sowie Babynahrung in Form von Tomatenpaste und Pulver. Und wir reden hier von rund 7.000 t / Tag Frischtomatenernte und ca. 350.000 Tonnen pro Ernte allein bei CONESA.

Das qualitativ hochwertige Saatgut, die Aufzucht in eigenen Gewächshäusern, dem Auspflanzen auf die Felder, der kontrollierten Überwachung des Wachstums sowie das innovative Bewässerungssystem mit tief im Ackerboden verlegten Schlauchleitungen für eine dosierte Wasserabgabe verdeutlichen, dass der Fokus im Tomatenanbau bei CONESA auf Nachhaltigkeit gerichtet ist. Das zeigt auch die beeindruckende Reduzierung der Verdunstungsverluste. Es war sehr spannend zu sehen und zu hören wie tiefgreifend und umfänglich das Thema Tomaten dort behandelt wird.

Der Produktionsablauf ist dabei klar definiert: Von biologischen Kontrollen, integrierte Produktionsmethoden entsprechender land- wirtschaftlicher Praktiken bis hin zum exakten Führen von Feldbüchern. So auch bei den wöchentlichen Kontrollen der Insektenfallen auf den Feldern, um den Einsatz von Pestiziden auf ein Minimum zu reduzieren (Vorrang hat die biologische Methodik). Auch der Einsatz von Fungiziden und Herbiziden unterliegt strengen Kriterien. Anmerkung: Pestizide sind Insektenvertilger, Fungizide sind Pilzmittel und Herbizide sind Unkrautvernichter.

Im werkseigenen Labor werden nicht nur die Tomaten sorgfältig untersucht, sondern auch die Bodenbeschaffenheit und daraus eventuelle Zugaben wie Dünger geprüft und berechnet.

Während der Ernte selbst wird das ganze Grünkraut samt den vorher aussortierten Grün-tomaten am Heck der Erntemaschinen ausgeworfen, verbleibt auf dem Feld und wird dann später nährstoffkreislaufgerecht untergepflügt.

Während der Ernte selbst wird das ganze Grünkraut samt den vorher aussortierten Grün-tomaten am Heck der Erntemaschinen ausgeworfen, verbleibt auf dem Feld und wird dann später nährstoffkreislaufgerecht untergepflügt.

Die geernteten Tomaten werden mittels Hänger, auf denen sich in der Regel zwei Wannen á 11 t Fassungsvermögen befinden, in das Werk gefahren und dort schonend mit einem großvolumigem Wasserstrahl aus den Transportbehältern gespült und vorgewaschen (es entsteht dabei kein „Matsch“!). Das Wasser geht umgehend in die werkseigene biologische Klärung – ein weiterer überzeugender Punkt. Das durchdachte Wassermanagement folgt dem gesamten Verarbeitungsprozess. Maggi erhält z.B. in 500 kg-Packgrößen sehr hochwertiges Tomaten-Trockenpulver.

Das gesamte Wasser aus dieser Wasserspeicherfrucht verbleibt vor Ort und geht biologisch gereinigt in den Fluss und wird wieder verwendet! Dazu zählen verschiedene Feldwasserspeicher in einem ausgeklügelten Versorgungssystem (bereits während der Franco-Ära entstanden).

Einen Beleg für das Qualitätsmanagement sehe ich zudem darin, dass neben Ketchup-Produzenten auch japanische Firmen Großkunden sind. Diese bevorzugen Tomatensaft aus ökologischem Anbau und überzeugten sich zeitgleich vor Ort von Anbau, Herstellung und Produktion. Ein erheblicher Teil der Tomatenverarbeitung wird als Tomatensaft nach Japan exportiert. Tomatensaft ist in Japan nachgefragt und wer die Ansprüche der Japaner in Bezug auf Qualität kennt, der bewertet die Nachfrage aus Fernost als Ritterschlag für das Unternehmen CONESA.

Mein Fazit: Ich war und bin beeindruckt vom Feldbesuch (ich komme selbst aus einer ostdeutschen Bauernfamilie und kenne mich daher schon etwas mit der Materie aus) als auch von der Werksbesichtigung. Und letzteres nicht nur wegen der umfangreichen Verkostung der verschiedenen Qualitätsprodukte von CONESA.

Die Effizienz und Effektivität des Produktions- und Verarbeitungsmanagements sowie die regelmäßig durchgeführten Audits und Feld-/Werksbesuche (Inspektionen) sind in der Tat hervorhebenswert.

Meine vor Reisebeginn vorhandene Skepsis wurde sowohl durch quantitative Größe der Produktion, ihrer Nachhaltigkeit als auch durch die hervorragenden qualitativen Parameter zerstreut. Für mich ein in jeder Hinsicht immenser Erkenntnisgewinn, vergleichbar der „Wasserreise nach Vittel“.

Meine Bewertung der Tomaten und Produkte um und von CONESA: absolut empfehlenswert - weitersagen!

Kurz vorgestellt:

Bernd Blanke ist Gründungsmitglied im Nestlé Verbraucherbeirat und unterstützt die Nestlé Qualitätsinitiative mit seinen Impulsen aus Verbrauchersicht seit 2013.